Über den Ort
Im tiefen Ruhrkohlenrevier, dort wo man es am wenigsten erwartet, öffnet sich das Tal der Ruhr zu einer Landschaft von stiller Schönheit: Waldhänge, Wiesenböschungen, das Rauschen des Flusses – und mittendrin, auf einer sanften Anhöhe über Bochum-Stiepel, das Kloster Stiepel. Die Benediktinerinnengemeinschaft, die hier lebt und betet, ist einer der best gehüteten spirituellen Schätze des Ruhrgebiets. In einer Region, die weltweit mit Bergbau, Stahl und Industriekultur assoziiert wird, hält dieses Kloster seit Jahrhunderten eine andere Wahrheit aufrecht: dass es Stille gibt, mitten im Lärm. Dass Tiefe möglich ist, mitten in der Beschleunigung.
Die Geschichte des Klosters Stiepel reicht weit zurück. Die erste Besiedlung des Geländes durch Ordensleute ist im 12. Jahrhundert dokumentiert. Die heutige Benediktinerinnengemeinschaft hat das Kloster als lebendigen Ort des Gebetes und der Gastfreundschaft geprägt. Die Benediktinerinnen leben nach der über 1.500 Jahre alten Regel des heiligen Benedikt von Nursia – einem kurzen, weisen Text, der das klösterliche Leben in prägnanten Kapiteln beschreibt: Wie man betet. Wie man arbeitet. Wie man Gäste empfängt. Der berühmte Satz des Heiligen, „Omnes supervenientes hospites ut Christus suscipiantur” – „Alle ankommenden Gäste sollen aufgenommen werden wie Christus” –, ist in Stiepel gelebte Wirklichkeit.
Die Klosteranlage mit ihrer romanisch geprägten Kirche und den Konventgebäuden fügt sich harmonisch in die Hanglandschaft ein. Die Kirche, deren Ursprünge in das Mittelalter zurückreichen und die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erneuert wurde, ist ein Ort von außergewöhnlicher Sammlung. Die Wände sind schlicht, das Licht ist gedämpft, der Gesang der Schwestern trägt. Das Stundengebet, das mehrmals täglich gefeiert wird, ist der Takt, nach dem sich das Leben im Kloster richtet.
Das Kloster Stiepel ist für das Ruhrgebiet das, was ein Bergfried für eine mittelalterliche Stadt war: ein Ort der Zuflucht, der Orientierung, der höheren Perspektive. Wer im Stau auf der A44 feststeckt, in den Büros und Werkshallen des Reviers seinen Alltag bestreitet, findet hier – wenige Kilometer entfernt – ein Stück Ewigkeit. Die Kombination aus urbanem Umfeld und monastischer Stille ist das, was dieses Kloster für Menschen der Region besonders wertvoll macht.
Das Ruhrufer unterhalb des Klosters lädt zu langen Spaziergängen ein. Der Weg entlang des Flusses, der von Bochum bis Witten führt, ist einer der schönsten Wanderwege des Ruhrgebiets – und er beginnt oder endet, je nach Blickwinkel, im Angesicht der Klostermauern von Stiepel.
Stilleangebote
Das Kloster Stiepel lädt Gäste ein, am Rhythmus des monastischen Lebens teilzunehmen und Zeit zur inneren Sammlung zu finden:
- Stundengebet und Gottesdienste: Das gemeinsam gesungene Offizium der Schwestern kann täglich erlebt werden. Besonders das Morgen- und Abendgebet (Laudes und Vesper) ist für Gäste besonders eindrücklich.
- Individuelle Auszeit: Stille Tage im Kloster, ohne vorgegebenes Programm – einfach ankommen und sein.
- Exerzitien: Geführte Schweige- und Betrachtungszeiten in benediktinischer Tradition, auf Anfrage buchbar.
- Geistliche Begleitung: Erfahrene Schwestern stehen auf Wunsch für Gespräche und geistliche Begleitung zur Verfügung.
- Klosterspaziergang: Das Gelände rund um die Anlage, die Ruhrniederungen und die angrenzenden Wälder laden zu langen, besinnlichen Wanderungen ein.
Übernachtungspreise
Das Kloster Stiepel bietet Gästezimmer in klösterlicher Einfachheit an. Die Preise für Übernachtung mit Frühstück bewegen sich im Rahmen von ca. 40–60 € pro Person und Nacht. Das Frühstück ist schlicht und nahrhaft. Für Gäste, die mehrere Tage bleiben und an den Mahlzeiten der Gemeinschaft teilnehmen möchten, werden Vollpensionspreise auf Anfrage mitgeteilt. Einzelzimmerzuschläge sind moderat gehalten. Die Schwestern legen Wert darauf, dass der Preis kein Ausschlusskriterium für suchende Menschen ist – bei besonderen Lebensumständen können Absprachen getroffen werden.
Lage
Das Kloster Stiepel liegt im Süden von Bochum, im Stadtteil Stiepel, unmittelbar am Ruhrufer. Die Umgebung ist für das Ruhrgebiet außergewöhnlich grün und ruhig: Der Kemnader See, ein Stausee der Ruhr, ist wenige Minuten entfernt; das Ruhrufer lädt zu Radtouren und Spaziergängen ein. Trotz der relativen Nähe zu Bochum, Witten und Hattingen wirkt die Lage des Klosters ländlich und zurückgezogen.
Anfahrt
Mit dem Auto über die A44 (Ausfahrt Bochum-Witten) oder die B226 in Richtung Stiepel. Parkplätze sind am Kloster vorhanden. Mit dem ÖPNV: Bus-Verbindung vom Bochum Hauptbahnhof nach Stiepel. Eine Anmeldung vor dem Besuch wird erbeten.
- Individuelle Auszeit
- Gebete und Andachten
- Exerzitienangebote
- Mehrtägige Retreats
- Katholisch
- Einzelgäste willkommen
- Gruppen willkommen
- Verpflegung möglich
- Erreichbar mit ÖPNV
- Anmeldung erbeten
- Naturnahe Lage
- Blick auf Wasser
- Blick auf Wald
- Ruhige Umgebung
