Über den Ort
In der Augsburger Altstadt, eingebettet zwischen barocken Bürgerhäusern und mittelalterlichen Gassen, verbirgt sich hinter einer schlichten Klosterpforte eine der ältesten monastischen Gemeinschaften der Stadt: das Dominikanerinnenkloster Maria Stern. Seit dem 13. Jahrhundert – die Gründung geht auf das Jahr 1236 zurück – leben hier Schwestern des Ordens der Predigerinnen, dem weiblichen Zweig der Dominikaner, in Gebet, Kontemplation und Gemeinschaft. Wer die schwere Holztür passiert und den Innenhof des Klosters betritt, wechselt die Welt. Die Stadt draußen verschwindet, die Stille tritt ein – und mit ihr jene eigentümliche Dichte der Luft, die nur sehr alte Gebetsräume besitzen.
Der Dominikanerorden, gegründet von dem spanischen Heiligen Dominikus im frühen 13. Jahrhundert, widmet sich der Verkündigung durch Wort und Studium. Die Dominikanerinnen im Beschluss – also in der kontemplativen Klausur – leben diesen Auftrag in anderer Weise: durch das ununterbrochene Stundengebet, das Chorgebet, die tiefe Stille und die innere Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes. Das Kloster Maria Stern ist ein Chorfrauenkloster dieser Tradition, und das bedeutet: Das Leben hier dreht sich um das gemeinsame Singen des Offiziums, Tag für Tag, Jahrzehnt für Jahrzehnt, Jahrhundert für Jahrhundert.
Augsburg ist eine der ältesten Städte Deutschlands – eine Römerstadt, eine bischöfliche Residenz, ein Zentrum der Reformation. In diesem Gewebe aus Geschichte und Glauben hat das Kloster Maria Stern seinen festen Platz. Die Klosterkirche, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet wurde, ist ein stilles Juwel gotischer und barocker Formgebung. Ihre Ausstattung – Altäre, Epitaphien, Reliquienschreine – erzählt von Generationen von Frauen, die hier ihr Leben Gott geweiht haben.
Das Kloster gehört zu jenen Orten, an denen man spürt, dass Gebet nicht nur eine Handlung ist, sondern auch eine Substanz im Raum. Die Steine der Kirche, die Holzdielen des Kreuzgangs, die Mauern des Klosterhofs – all das ist von Jahrhunderten des Gebetes durchtränkt. Wer hier eine Messe erlebt oder einfach nur in der Kirche sitzt und schweigt, versteht, warum Menschen solche Orte aufgesucht haben und immer noch aufsuchen: weil sie etwas bereithalten, das die Welt draußen nicht zu geben vermag.
Das Stadtkloster als spiritueller Ort in der Mitte des urbanen Lebens besitzt eine besondere Qualität, die es von Klöstern auf Bergen oder in Wäldern unterscheidet. Man kommt mitten aus dem Alltag, betritt eine andere Welt – und kehrt nach der Stille wieder in den Alltag zurück, verändert. Dieses Prinzip des Ortes im Ort ist für viele Menschen heilsamer als ein weiter Weg in die Einsamkeit.
Stilleangebote
Das Kloster Maria Stern bietet Einzelgästen die Möglichkeit der stillen Einkehr. Die Schwestern empfangen Besucherinnen und Besucher, die einen Ort der Stille suchen, in herzlicher Diskretion. Folgende Angebote stehen zur Verfügung:
- Teilnahme an den Chorgebeten: Das Stundengebet ist der Herzschlag des Klosters. Gäste dürfen an den öffentlichen Gottesdiensten und Andachten teilnehmen.
- Individuelle Auszeit: Tage der stillen Besinnung im Kloster, ohne vorgeschriebenes Programm.
- Gesprächsangebote: Auf Anfrage sind Gespräche mit einer der Schwestern möglich.
- Geistliche Begleitung: Erfahrene Begleiterinnen stehen auf Wunsch für tiefere Auseinandersetzungen mit Glaubensfragen zur Verfügung.
Das Kloster empfiehlt sich besonders für Menschen, die mitten in der Stadt einen Gegenpol zur Hektik des Alltags suchen – ohne Natur, Wanderwege und weite Ausblicke, aber mit einer ganz eigenen, konzentrierten Stille.
Übernachtungspreise
Das Kloster Maria Stern bietet einfache Gästezimmer in klösterlicher Atmosphäre an. Die Preise bewegen sich im günstigen Rahmen von ca. 35–50 € pro Person und Nacht, je nach Zimmerkategorie und Saison. Das Frühstück ist in der Regel inklusive; für Selbstversorger oder Gäste, die nur das Zimmer ohne Mahlzeiten wünschen, sind günstigere Konditionen auf Anfrage erhältlich. Gruppen können das Kloster für Klausuren und Besinnungstage anfragen; die Preise werden individuell vereinbart. Für aktuelle Preise und Verfügbarkeit empfiehlt sich eine direkte Anfrage beim Kloster.
Lage
Das Kloster liegt im historischen Stadtzentrum von Augsburg, einer der ältesten Bischofsstädte Deutschlands. Die Umgebung ist urban, historisch und reich an Sehenswürdigkeiten – Dom, Fuggerei, Rathaus und die Altstadt. Die Stille des Klosters bildet einen bewussten Kontrast zur belebten Stadt. Augsburg liegt ca. 60 Kilometer westlich von München und ist über die Autobahn A8 sowie per Zug (ICE-Halt) sehr gut erreichbar.
Anfahrt
Mit dem Zug bis Augsburg Hauptbahnhof, dann mit der Straßenbahn oder zu Fuß (ca. 15 Minuten) in die Altstadt. Mit dem Auto über die A8, Ausfahrt Augsburg-West oder Augsburg-Ost, weiter in die Innenstadt. Parken in der Innenstadt ist in Parkhäusern möglich. Eine Voranmeldung ist unbedingt erforderlich – das Kloster nimmt keine Spontangäste auf.
- Individuelle Auszeit
- Gebete und Andachten
- Exerzitienangebote
- Katholisch
- Einzelgäste willkommen
- Gruppen willkommen
- Verpflegung möglich
- Erreichbar mit ÖPNV
- Anmeldung erbeten
- Zentrumnahe Lage
- Ruhige Umgebung
